PflegeZimmer

10 Gründe für die 1:1 – Intensivpflege in Jena – Teil 4

Eine Stellenanzeige wie unsere für Jena zeigt einen anderen beruflichen Weg in der Pflege. Einen außergewöhnlichen Weg, der noch wenig beschrieben wurde oder im gesamten Pflegesektor wie ein Randnotiz wirkt. Dies ist schade, denn wäre die außerklinische Intensivpflege bei Kindern und Jugendlichen besser bekannt, so bin ich mir gewiss, würde es mehr Pflegekräfte geben, die hier ihr Herz oder einen erfüllenden Arbeitsplatz finden.

Es gibt gute Gründe für diese Job. Neben den anderen benannten Gründen ist dabei die Teamarbeit, Grund sechs, ein besonderer. Nicht einfach ein weiterer Grund von zehn für die außerklinische Intensivpflege für Kinder und Jugendliche:

Teamwork

Über Teams gibt es die verschiedensten Ideen und Vorstellungen. In der Pflege, ob auf Station oder im ambulanten Dienst ist Teamarbeit gefragt, auch wenn sich beide großen Bereiche unterschiedlich ausgestalten. Die Teamarbeit, das gelebte Team bestimmt den Erfolg einer Arbeit und ob sich jeder an seinem Arbeitsplatz wohl fühlt.

Meiner Erfahrung ist das wichtigste, was ein Team und unsere Teamarbeit ausmacht: Alle verfolgen das gleiche Ziel. Sind sich alle dem bewusst, so lösen sich manche Teamkonflikte von selbst, weil deren Grundlage sich damit auflöst. Auch lassen sich am gemeinsamen Ziel Teamkonflikte gut bearbeiten und können Dynamiken wie Mobbing unterbrechen oder unterbinden. Denn jeder im Team ist mit seinen individuellen Stärken und Schwächen wichtig und es gibt unterschiedliche Wege zum Ziel, wo keiner besser oder schlechter ist, kein Weg richtig oder falsch ist. Es sind verschiedene Wege mit unterschiedlichen Stärken, die auf die jeweilige Situation gut passen und uns voran bringen.

Leben.Pflege.Werte – Gute Pflege lebt den Wert der Teamarbeit ohne Lästern

Ich wurde in den ganzen Jahren der Pflege bei Linn von den verschiedensten MitarbeiterInnen immer wieder positiv überrascht, wie toll sie die eine oder andere neue Pflegesituation mit Bravour lösten. Am Anfang, in deren ersten Wochen bei uns, hätte ich an solche Leistung nie gedacht. Doch Vertrauen und Geduld bei jedem einzelnen zahlte sich immer wieder aus. Ich vertraue darauf, dass Menschen sich weiter entwickeln und immer ihr Bestes geben, was Ihnen in der jeweiligen Situation möglich ist.

Die Arbeit in unserem Pflegeteam

Teamwork entwickelt sich bei guten Arbeitsbedingungen und Führung und grenzt sich vom Einzelkämpfer-Team ab:

  • Wir lösen die Baustellen gemeinsam. Jede Baustelle, jedes Problem ist wichtig, egal wie groß oder klein es ist, ob ich es habe oder mein Umfeld. Es sollte benannt und gesehen werden. Dies ohne Zeitverzug.
  • Es gibt klare Strukturen für Entscheidungen und für den Informationsfluss.
  • Fehler gehören zum Leben; wir müssen aus Fehlern lernen, deren entstehen und Dynamik. Bei der Schuldfrage halten wir uns nicht auf, denn sie raubt Energie. Wir gehen davon aus, dass jeder nach besten Wissen und Gewissen handelt, was ihm in der jeweiligen Situation zur Verfügung steht.
  • Rückmeldungen sind ein wichtiges Instrument, um Überforderungen zu vermeiden.
  • Wir sind uns klar, Lästern entwertet uns und unsere wertvolle Arbeit. Es ist hinzu ein Energieräuber, verstärkt das eigene diffuse Unwohlsein und löst keine Probleme. Wir sagen Nein zu dieser in der Gesellschaft fest verankerten Kulturtechnik und arbeiten daran, wenn es auftritt, es zu identifizieren und es sofort zu unterbrechen. Dies ohne Schuldfrage – einfach ein Break.
  • Ich habe Kritik oder Rückmeldungen an jemanden im Team, dann erfolgt dies zeitnah und direkt – es wird nicht gesammelt. Dabei gilt: Ich bin okay, Du bist okay, denn jeder handelt nach seinen besten Können.
  • Unsere Teamarbeit geht über das PflegeZimmer hinaus und schließt die angrenzenden SchulbegleiterInnen, HelferInnen, Therapeuten, HomeCare etc. mit ein.

Natürlich macht ein Team noch mehr aus und wir Eltern sind dabei auch nur ein Teil davon und wir sind nicht perfekt. Aber wir tragen die Erfahrung in uns und erleben sie immer wieder: Eine gute Teamarbeit verzaubert die Arbeit und macht uns in der Gesamtheit erfolgreich.

Autor

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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